Was passiert, wenn Bank, Börse, Broker und Zahlungsdienstleister anfangen, alle dasselbe anzubieten?
Christian Niedermüller verbindet über 15 Jahre Banking und Private Equity, unter anderem bei der UniCredit und Cerberus, mit dem Aufbau regulierter Crypto-Infrastruktur. Er war CEO der Crypto-Börse Blocktrade, baute das regulierte Europageschäft von KuCoin auf und ist heute CEO der EU-web3-Einheit des Zahlungsdienstleisters LianLian.
Damit hat er die Institutionalisierung von Crypto aus allen drei Perspektiven erlebt und mitgestaltet: Bank, Börse und Zahlungsverkehr.
Genau deshalb ist er der ideale Gesprächspartner für die Frage, wie sich die Rollen dieser drei Welten verschieben und welche Rolle Blockchain und Crypto in dieser Verschiebung spielen.
🎙 𝐉𝐞𝐭𝐳𝐭 𝐚𝐛𝐨𝐧𝐧𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧.
Themen in dieser Folge:
🔹 Bank, Börse, Payment verschmelzen: Crypto-Börsen, Neobroker und klassische Banken treffen sich in der Mitte beim Komplettangebot, und am Ende überleben die schnellsten Integrierer, nicht zwingend die aus dem Crypto-Lager.
🔹 Crypto in der Bank, meist eingemauert: Die reifsten Häuser binden Crypto bisher ring-fenced an, als reines Asset-Offering ohne Transfer rein oder raus, weil die volle Integration an Compliance-Kosten und fehlendem Business Case scheitert.
🔹 Stablecoins ohne Hype: In Europa verpufft ihr Nutzen an Instant SEPA, der echte Hebel liegt im grenzüberschreitenden Vermögenstransfer außerhalb Europas, etwa für Handelsunternehmen in Emerging Markets.
🔹 MiCA als Weltvorlage: Die EU-Regulierung hat die USA unter Zugzwang gesetzt, und strengere Regeln werden zum Treiber statt zur Bremse von Innovation (siehe Instant SEPA).
🔹 Der Blick nach vorn: Was KI-Agenten im Zahlungsverkehr wirklich verändern, warum das länger dauert als der Hype glaubt, und weshalb Christian beim digitalen Euro skeptisch bleibt.

Anton Werner begann seine Laufbahn nicht bei Digital Assets – doch jeder Schritt führte ihn dorthin. Statt einer Private-Equity-Karriere zog es ihn 2011 nach Berlin: Er war am Aufbau führender E-Commerce-Unternehmen beteiligt und gründete ein eigenes Travel-Startup, das er erfolgreich verkaufte. Über das klassische (Web2-)Venture-Capital fand er zu Krypto – und erkannte darin nicht nur eine Anlageklasse, sondern das Fundament eines offeneren, faireren Internets. Seine Überzeugung: Krypto ist liquides Venture-Capital, doch ohne disziplinierte, datenbasierte Portfolioverwaltung fressen Volatilität und Emotionen jede Rendite. Bei Fountainhead Digital integriert er Digital Assets für Vermögensverwalter – strukturiert, compliant und risikooptimiert.

Martin Bechter beschäftigt sich seit 2017 mit Krypto – anfangs skeptisch, heute überzeugt. Mit über einem Jahrzehnt in Corporate Finance und klassischem (Web2-)Venture-Capital betrachtet er die junge Anlageklasse als Investor, Operator und Stratege zugleich. Vor allem will er eine oft missverstandene Technologie verständlich machen – sachlich, vom Grundprinzip her gedacht und ohne Hype. Als Co-Founder von Fountainhead Digital entwickelt er Krypto-Investmentstrategien für professionelle Anleger.